Blog Archiv: Web

Dienstag, März 30th, 2010

Gerry McGovern schreibt in seinem Blog-Artikel, das viele Firmen Ihre Inhalte auf dem Web vernachlässigen — sie sehen Text und Inhalte als lästigen Kostenfaktor, während Benutzer sie dringend brauchen, um ihre Probleme zu lösen oder Informationen zu erhalten.

Auf vielen Websites werden die fremdsprachigen Inhalte für internationale Zielmärkte geradezu stiefmütterlich behandelt. Und dabei sind es genau diese Märkte und Zielgruppen, die mehr Überwindung aufbringen müssen, um Vertrauen in die Website und den ausländischen Anbieter zu fassen. Da kommen schlechte Inhalte auch eben so an — schlecht!

[…] You don’t get brownie points for trying on the Web. Web customers are ruthlessly impatient, skeptical and cynical. They don’t look at your badly translated content and say: “Well, at least they tried. I think I’ll buy from them.”

Donnerstag, Dezember 3rd, 2009

Google neues User Interface

Google hat gestern sein neues Interface auf google.com live geschaltet. Wenn man die Seite www.google.com zuerst aufruft, dann erscheint zunächst ein reduziertes Interface, das die Suche deutlich in den Mittelpunkt stellt. Nach ein paar Sekunden blenden sich dann mit einem Fade Effekt die weiteren Optionen ein.

Ich finde das neue Interface ganz gelungen, weil es die Hauptaufgabe - das Suchen - besser als vorher unterstützt: geht man zielstrebig zur Suche, dann interessieren die anderen Optionen wenig. So konzentriert sich das minimalistische User Interface  ganz auf die (Such-)Aufgabe und stellt alle weiteren Störungen ab. Auch für neue Nutzer ist diese Reduktion hilfreich.

Falls man die anderen Optionen aufsuchen will, dann blenden sie sich bereits nach ein paar Sekunden ein - etwa so lang, wie man braucht, um sich auf der Seite zu orientieren. Ausserdem setzt Google ein Cookie ein, so dass sich dieser Effekt nicht unnötig wiederholt.

PS: Google könnte auch mal das “I’m feeling lucky” abstellen, das würde ein wirklich unnötiges Element abschaffen. Wer von Euch hat dieses Feature jemals benutzt?

Montag, November 9th, 2009

Ich habe schon öfters über das mobile Web gesprochen, und das es für viele Firmen und Anbieter die grosse Zukunft sein wird. Dabei ist diese Zukunft für viele Handynutzer in Japan bereits heute Realität! Auf Slideshare fand ich eine sehr gute Präsentation von Christopher Billich, der den Handymarkt aus den Sichten von Kunden, Plattformen und Inhalten beleuchtet. Dabei geht er auch auf die verschiedenen Geschäftsmodelle ein, mit denen japanische Firmen (bereits heute!) Geld verdienen …

Montag, Oktober 26th, 2009

Quillpad ist ein exzellentes Online Tool, mit dessen Hilfe man Texte in Hindi, Gujurati und andere populäre indische Sprachen eingeben kann. Ähnlich wie beim Romanji im Japanischen gibt man auf Quillpad die Laute der Sprache in romanischen Buchstaben ein, die dann in die lokalen Buchstaben oder Zeichen übersetzt wird.

Quillpad Online Editor

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Dienstag, Oktober 20th, 2009

Uff, was für ein Jahr … so viel Arbeit und so wenig Zeit zum Bloggen. Heute bleibt mir nur Zeit für eine kleine Ankündigung, aber meine Blog-Pipeline ist gefüllt mit neuen Ideen, Artikeln und sonstigen Inhalten.

Nächste Woche am Donnerstag und Freitag, den 29. und 30.10. 2009 halte ich einen Vortrag über “Internationales Web Marketing” im Rahmen des iMOVE Workshops “Internationale Marketingstrategien”. Die Veranstaltung findet im Gustav Stresemann Institut in Bonn statt,  und ist für den gebotenen Inhalt sehr günstig (200€!).

Service Design

Im Rahmen des Vortrags besuche ich alle Kontaktpunkte für eine Website und beschreibe welche internationalen und kulturellen Anforderungen Einflusse nehmen auf Design und Entwicklung. Der Vortrag richtet sich an Projektmanager und Entscheider im internationalen Web Marketing und dauert ca. 90min, danach nehme ich an den Arbeitsgruppen der Veranstaltung teil.

Dienstag, Mai 20th, 2008

Photo von Andrew Currie (via flickr)

Ich hatte bereits darüber berichtet, dass beide Trends Mobiles Internet und Social Communities (wie z.B. Facebook, StudiVZ u.a.). Jetzt berichtet heise mobil über diese Themen und zeigt erste Zahlen und Unterschiede in der internationalen Nutzung des mobile Browsers Opera Mini:

  • Ca. 40% des weltweiten Verkehrs mit Opera Mini führt auf Social Community Seiten.
  • In Deutschland sind Google.de, StudiVZ.de, und Wer-kennt-wen.de die beliebtesten Seiten
  • In England führt Facebook vor Googl.com und Live.com

Eine genauere Analyse des Verkehrs für die Top 10 Länder findet sich bei Opera, und zwar für:

  • Russland
  • Indonesien
  • China
  • USA
  • Indien
  • Südafrika
  • Ukraine
  • Grossbritannien
  • Deutschland und
  • Polen

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Dienstag, Mai 6th, 2008

Google schreibt in seinem Blog, dass Unicode mittlerweile die häufigste Kodierung für Webseiten ist. Dabei hat es mittlerweile ASCII und Westeuropäische Kodierungen hinter sich gelassen.Hier der Auszug aus dem Artikel “Moving to Unicode 5.1″ (der Artikel selbst hat auch eine interessante Grafik, die die Entwicklung zeigt):

Just last December there was an interesting milestone on the web. For the first time, we found that Unicode was the most frequent encoding found on web pages, overtaking both ASCII and Western European encodings—and by coincidence, within 10 days of one another. What’s more impressive than simply overtaking them is the speed with which this happened; take a look at the blue line in this graph.

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Freitag, Januar 25th, 2008

Facebook Nokia Phone

Gegenwärtig kommen 2 grosse Trends im Web zusammen: zum einen das mobile Web, welches immer mehr im Alltag ankommt. Und die wachsenden sozialen Plattform wie Facebook, StudiVz, oder Orkut.

Daher finde ich die Gerüchte um eine Beteiligung Nokias an der Plattform Facebook höchst interessant. Bisher hat noch keine Seite diese Allianz bestätigt. Aber ein Sprecher von Nokia bestätigte, dass Nokia durchaus Interesse an einer solchen Plattform hat.

Auf der anderen Seite will Facebook stärker Fuss fassen im europäischen Markt. Zur Zeit werden enthusiastische Facebook Nutzer dazu aufgefordert, die Facebook Webseiten zu übersetzen, u.a. auch in Deutsche (diese gezielte Beteiligung der Benutzer an der Entwicklung nennt man auch “Crowd Sourcing”). Für ihre Expansionspläne sammelt Facebook ausserdem Gelder von Investoren ein, zum Beispiel von dem Samwer Brüdern.

Für mich würde ein solcher oder ähnlicher Zusammenschluss zwischen Nokia und Facebook durchaus Sinn machen. Ich möchte hier einmal in die Zukunft schauen und skizzieren, welche Vorteile, Nachteile oder Player dabei eine Rolle spielen:

  • Nokia hat zur Zeit einen Marktanteil am globalen Handymarkt von ca. 40%. Auch wenn nicht alle Handys im Portfolio das mobile Web nutzen können, so ist Nokia einer der wichtigsten Player im aufstrebenden mobilen Web.
  • Facebook und seine Applikationen verbindet Freunde miteinander, die sich Nachrichten schreiben, miteinander chatten und spielen. Das führt bei vielen Benutzern zu einer sehr intensiven Nutzung (oder auch Sucht?!). So weit, dass z.B. britische Firmen damit begonnen haben, die Mitarbeiter im Unternehmen von den Facebook Webseiten auszuschliessen.
  • Facebook will mit aller Macht nach Europa expandieren und wird dort auf etablierte Plattformen stossen, z.B. XING oder StudiVZ. Um deren Nutzer für die eigene Plattform zu gewinnen, muss Facebook stark in Werbung investieren und die eigene Plattform technisch aufrüsten. Beide Posten werden viel Geld verschlingen.
  • Den intensiven Kontakt mit Freunden wollen viele Facebooknutzer auch auf Reisen oder unterwegs haben. Zur Zeit gibt es ca. 240 Applikationen bei Facebook, um mit dem Mobiltelephon per SMS, Twitter, Sprachaufzeichnungen die neusten Nachrichten oder Spiele von seinen Freunden zu erhalten.
  • Nokia würde stark von einem “Facebook”-Handy profitieren: die technischen Anforderungen fördern den Absatz von höherwertigen Geräten. Und Facebook könnte seinen “Balkan” der technischen Applikationen aufräumen und die mobile Nutzung deutlich aufwerten (und damit die Aufmerksamkeit der Benutzer jenseits des PCs sichern).
  • Aber auch die Netzbetreiber wie T-Mobile oder e-Plus würden von der intensiven Nutzung der sozialen Plattformen auf Handys oder PDAs profitieren: jeder mobiler Benutzer wäre auch ein potentieller Kunde für eine mobile Flatrate.

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Mittwoch, Januar 16th, 2008

Australien wirbt für StudiumInteressant, wie Australien mit seinem Portal “Study in Australia” gezielt Nutzer auf Facebook anspricht (s. Bild rechts). Weil die Facebook Nutzer in der Regel jünger sind, wird diese Werbung sehr grosse Reichweite bei potentiellen Kunden haben.

Auch wenn man auf die offiziellen Seiten des “Study in Australia” Portals schaut, dann ist es beeindruckend wie stark die Inhalte lokalisiert sind. Auf der zentralen Gatewayseite hat man 14 Optionen und klickt man dann auf Europe, kann man wieder aus vielen Sprachen auswählen. Auch wenn das Gateway nicht besonders gut gelöst ist, kann man dennoch erkennen, wie sehr Australien sich bemüht Studenten aus aller Welt anzuziehen.

So “exportiert” man die Dienstleistung “Bildung” in alle Welt! G’day from Germany.

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Donnerstag, Januar 10th, 2008

Zur Zeit tobt der Wahlkampf in den USA und die beiden grossen Parteien der Demokraten und der Republikaner halten ihre “Preliminaries” ab: in den einzelnen Bundesstaaten treten die Kandidaten in einen Parteiinternen Miniwahlkampf an, um so den nationalen Kandidaten für die Präsidentschaft 2009 zu küren. Wegen des Auf und Abs speziell bei den Demokraten findet das ganze Spektakel ein grosses Medienecho.Dabei finde ich das Web Marketing des demokratischen Kandidate Barack Obama einfach hervorragend! Auf seiner Webseite kann man sehen, wie sie geschickt verschiedene Features und Netzwerke kombiniert und nutzt. Schauen wir uns ein paar Features mal näher an.

Obama Homepage

Homepage

Die Redaktion arbeitet sehr, sehr schnell. Gerade erst war der Slogan “Yes, we can” in einer Rede verwendet worden, und schon ist sie der Teaser auf der Homepage. Das visuelle Design ist - nun, ja - sehr national eingestellt: mit blau, rot, weiss als Grundfarben. Das passt sicher zu den beabsichtigten Aussagen und Meinungen. Ansonsten ist das Layout sehr übersichtlich und aufgeräumt, mit einer übersichtlichen Hauptnavigation und mehreren Subnavigationen in Blöcken (s.a. “Social Web” weiter unten). Inhaltsbereiche sind durch Rahmen, Hintergrundfarben und Abständen klar getrennt.Die “Call to actions” sind auch sehr deutlich und klar erkennbar, z.B. “Donate Now” oder “Volunteer”.

Blog

Natürlich hat die Homepage ein Blog. Es wird mit mehreren Artikeln pro Tag aktualisiert und jeder der Artikel hat mehrere hundert oder gar tausende von Kommentaren. Das deutet auf eine sehr hohe Reichweite innerhalb der Gruppe der Internetnutzer hin.

Ethnisches Marketing

Wie bereits in anderen Einträgen beschrieben, sind die hispanischen US Amerikaner eine schnellwachsende und einflussreiche Gruppe. Und mehr und mehr Firmen, z.B. Ford, sprechen diese ethnische Gruppe gezielt an.

Obama Website: Link auf spanische Version

Auf der Website ist ganz prominent rechts oben ein Link platziert, der auf die spanische Website hinweist. Diese Website hat nicht das gleiche Design und auch nicht alle Inhalte, aber alle wesentlichen Informationen zu der laufende Kampagne.

Social Web

Obama: Social Netwoks

Auf der Website sind Links zu allen wesentlichen Social Web Plattformen oder Web 2.0 Netzwerken aufgelistet. Interessant, wie sehr das Web Marketing diese Social Web Plattformen nutzt und wie verschieden sich der Kandidat in den einzelnen Netzwerken präsentiert. Z.B. ist das LinkedIn Profil sehr nüchtern gestaltet während die MySpace Seiten eher “chaotisch” daherkommen (wie es in dieser Community auch eher üblich ist). Die Gestaltung ist also den jeweiligen Zielgruppen angepasst, ist aber immer wiedererkennbar.

Mobile Web

Unter dem Link “Obama Mobile” verbirgt sich eine Seite, die auf die SMS Inhalte hinweist und auf einen seperaten Twitter-Kanal hinweisen. So werden zeitnah Information an alle interessierten Journalisten, Wahlkampfhelfer und Wähler verteilt. Eine solche umfangreiche Kampagne für das Mobile Web habe ich bisher nicht gesehen.

Disclaimer

Damit möchte ich erst mal die Betrachtung des Web Marketing des Herrn Barack Obama abschliessen. Ich habe längst nicht alles untersucht, sondern nur auf die Highlights hingewiesen, die sie von “gewöhnlichen” Web Marketing Kampagnen unterscheidet. Zudem ergreife ich keine Partei für irgendeinen Kandidaten, ich wurde aufgrund des Medienechos auf die Website aufmerksam. Gerade weil die Kampagne in den verschiedensten Communities spielt, hat sie meine Neugier geweckt.

Rückschlüsse

  • Wie bedeutsam sind die sozialen Plattformen geworden! Nicht nur für die Wirtschaft sondern auch für die Politik. Daneben wirken die hiesigen politischen Kampagnen geradezu antik.
  • Ich bin gespannt, wie mit dem Kontrollverlust umgegangen wird. Denn in den Communities wird durchaus heftig und kontrovers diskutiert, und das ein Herr Obama sein Profil einstellt, heisst nicht, dass alle andere verstummen.
  • Die differenzierte Ansprache von verschiedenen Zielgruppen oder Marktsegmenten ist im Web einfacher und leichter als in anderen Medien, z.B. durch Verlinkung, unterschiedliche Plattformen usw.
  • Das mobile Web verbreitet sich immer mehr und wird als zusätzlicher Kanal oder Option (je nachdem, wie man es fährt) verwendet. Aber noch sind die Features für das mobile und das “stationäre” (?) Web sehr stark getrennt. Ich wünsche mir eine (1!) intelligente Website, die das Gerät erkennt und automatisch die Inhalte, Formate etc. anpasst. (Ich weiss, das gibt’s bereits, steckt aber noch sehr in den Kinderschuhen!).

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