Blog Archiv: Design

Mittwoch, November 21st, 2007

Der Stern Online berichtet über die Inszenierung der neuen BMW-Welt. Nun hat BMW also gleichgezogen mit Volkswagen und Mercedes und seinen eigenen Tempel gebaut.

Bild von Karsten Juhl
Bild von Karsten Juhl (cc)

In der BMW Welt, im Mercedes Mausoleum oder in der VW Autostadt können sich die Käufer ihre neuen Autos direkt vor Ort abholen. In der Regel wird ein sattes Rundumprogramm veranstaltet, so dass der Umweg für den Kunden meistens in einem kleinen Urlaub für die gesamte Familie endet. Also inklusive Bahnreise, Übernachtung, Mehrgängemenu, usw.

Theologischer Rat

Der Artikel hebt vor allem auf die quasi-religiöse Inszenierung ab, die bei der BMW Welt stattfindet. Das sollte aber nicht verwundern, denn auch andere Marketingexperten haben sich schon Rat von Theologen geholt. Ganz konkret wurde damals einer starken Automarke der Rat erteilt: “Gewähre keine Rabatte! Denn eine starke Marke feilscht nicht.” (Ich habe schon einen Namen im Kopf, muss es aber noch mal nachrecherchieren. Sobald ich’s habe, melde ich mich wieder.)

Service Design

Für mich ist es auch ein Beispiel, wie mit einem solchen Extra, das Erlebnis “Auto” gestalten oder erweitern kann. Reine Technik als Verkaufsargument hat heutzutage einen hygienischer Charakter: zum Beispiel muss die Leistung eines Motors einfach stimmen, aber ob es 11,5 PS mehr oder weniger sind, ist den meisten Kunden einfach egal. Wie hiess es früher so schön in den Fahrzeugbriefen für Rolls Royce bei der PS Leistung: “Ausreichend.”

Längst sind neben den eigentlichen Produkt Auto weitere Merkmale oder Dienstleistungen hinzugekommen. Denn mit dem Haufen Blech auf dem Parkplatz ist es allein nicht getan: hinzu kommen noch Wartung, Inspektionen, Winterreifen, Sommerreifen, Verschleissteile, Tuning (wer’s mag) und viele andere Besuche bei dem netten Händler nebenan.

Warum reibt sich der Autohändler die Hände?

Längst ist der Anschaffungspreis eines Autos nur noch ein kleiner Teil der Kosten während seines kompletten Lebenszyklus (Total Cost of Ownership). Je besser der Service und die Leistungen rund um die Autohaltung sind, desto länger und inniger bleibt der Kunde mit der Automarke verbunden. Und diese verdient an zufriedenen Kunden einfach mehr. So ist es also nur konsequent, wenn der Kontaktpunkt “Auslieferung” entsprechend aufgewertet und inszeniert wird.

Links

Donnerstag, Juli 5th, 2007

Malcolm Gladwell bei der TED Konferenz in Monterey.

Malcolm Gladwell ist der Author der Bestseller “The Tipping Point” oder “Blink”. Er untersucht, wie Menschen sich Ihre Meinung bilden. Und wie dieser Prozess in der Gruppe stattfindet oder beeinflusst wird, oder wie allein zu Blitzentscheidungen gelangen.

Er ist ausserdem ein begnadeter Redner, wie das Video von der TED 2004 (englisch, 18min) zeigt. In diesem Video spricht er über den Anspruch, den sogenannte “Sweet Spot” für ein bestimmtes Problem zu finden. Dieser “Sweet Spot” ist dann die universale Lösung für das Problem, die mit einem Optimum an Einsatz die Mehrheit von Nutzern zufrieden stellt. weiterlesen »

Donnerstag, Juni 28th, 2007

Ein guten Podcast, den ich regelmässige höre ist der UXPod von Gerry Gaffney. In einer der älteren Folgen bin ich über ein Interview mit Caroline Jarrett gestossen. In diesem Interview spricht sie über die 3 Ebenen der  Formulargestaltung. Ich finde das Modell sehr hilfreich und möchte es an dieser Stelle wiedergeben.

3 layers of form design weiterlesen »

Donnerstag, Juni 21st, 2007

Service Design Zur Zeit diskutieren Usability und Design Communities in den USA über das Konzept des “Service Design”. Zum Beispiel führt Bill Moggridge in seinem Buch “Designing Interactions” die Agentur Live|Work an, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert. Und gerade formt sich eine Konferenz, die sich ganz diesem Thema widmet: die Emergence 2007.

Ich möchte hier die Idee des Service Design vorstellen und mit der bisher verbreiteten Idee der User Experience (Benutzererfahrung) vergleichen. Sollte Service Design etwas Neues sein oder nur alter Wein in neuen Schläuchen? weiterlesen »

Dienstag, März 27th, 2007

Internet users 2002

Worldmapper stellt eine Reihe von geographischen Informationen zur Verfügung. Dabei werden oft die Daten ins Verhältnis zur Fläche gesetzt, und resultiert so in verzerrten Darstellungen der Weltkarte.

Hier zum Beispiel werden die Zahlen der Internetnutzer 2002 anhand der Landfläche visualisiert. Nutzer aus den USA und Europa dominierten 2002 noch im Internet. Aber Russland und China (grüne Fläche) sind bereits schon deutlich vertreten. Südamerika und Indien sind bereits gut sichtbar, wenn auch klein; ebenso Ozeanien. Afrika wird im wesentlichen durch Südafrika und die Mittelmeerküste vertreten.

Dienstag, März 27th, 2007

Screenshot
Die Firma 3D Live Stats bietet ein Paket für die Erstellung von geogaphischen Statistiken an. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Wie in einem Satellitenflug werden die Ergebnisse in Echtzeit visualisiert, z.B. wie sich die Besucher auf einer Website weltweit verteilen und nach welchen Begriffen sie suchen usw. Dabei rotiert die Weltkugel und bringt so die Daten ins Bild.

Für die Datenanalyse ist das natürlich keine nützliche Lösung, aber für den Einsatz in Marketing oder Werbung ist das Paket wirklich sehr schön anzuschauen… vor allem auf einem grossen Plasmaschirm!

Mittwoch, Februar 21st, 2007

Hier ein interessanter Bericht von UI Garden über Tag Clouds. Der Artikel zeigt auf, dass Tag Clouds im Chinesischen nicht so gut funktionieren, weil die Fonts für chinesische Schriften nicht gut skalieren: werden sie zu gross, “fransen” die Schriften aus und die Qualität leidet; werden sie zu klein, kann man manche filigrane Zeichen mit vielen Strichen kaum mehr lesen.

Donnerstag, Februar 15th, 2007

Browsershot.orgEs kann eine wahre Plage sein: eigentlich sollten die Web Standards dabei helfen, Web Sites oder Applikationen zu erstellen, die von allen Browsern unterstützt werden. Eigentlich sollte auch hier die alte Java Regel gelten: “Write once, run everywhere!”. Aber wie bei Java gilt nur: eigentlich…

In der Realität gibt es dutzende verschiedene Browser auf Betriebssystemen wie Linux, Windows, Mac usw. und jeder dieser Browser hat so seine Bugs bei der Umsetzung der Web Standards. So berichtet die (etwas betagte) Seite Rich In Style über die CSS Bugs der gängigen Browser.

Unter Umständen sieht also dieselbe Webseite in verschiedenen Browsern immer wieder anders aus. Um ein konsistentes Design zu erzielen, heisst das manchmal das Design oder das CSS immer wieder anzupassen oder speziell für einen Browser zu tunen. Dafür müssen verschiedene Plattformen, Browser und -versionen vorgehalten werden, was den technischen Aufwand immens in die Höhe treibt!

Browsershots.org
Abhilfe leisten dabei sogenannte Screenshot Dienste. Browsershot ist ein kostenloser Dienst, der für verschiedene Browser auf Linux, Windows und Mac die gängigen Browser vorhält und Screenshots für (öffentlich verfügbare) Webseiten schiesst und bereithält.

Dazu gibt man die gewünschte URL ein, wählt die Browser aus, Auflösung usw. und gibt dann den Auftrag in eine Queue. Die Abarbeitung des Auftrags dauert eine kleine Weile (30 min sind keine Seltenheit) und wird unter einer URL bereitgestellt. Diese Seite kann man bookmarken und regelmässig aktualisieren. Die Screenshots kommen dann eins nach dem anderen hinzu.

Coole Sache, hat aber ein paar Haken, die man wissen sollte:

  • HTTPs oder Authentifizierung funktionieren nicht
  • Die Screenshots sind öffentlich verfügbar und einsehbar.
  • Keine Localeunterstützung (wie bei multilingualen oder internationalen Web Sites üblich) und daher kein BIDI

Abgesehen von den kleinen Mankos, finde ich den Dienst super! Hier ein Screenshot einer Ergebnisseite. (Auf der echten Seite kann man auch die einzelnen Screenshots anklicken und sich das Ergebnis in normaler Grösse anschauen).
Browsershot.org

Mittwoch, August 23rd, 2006

w3CAuf w3c.org findet sich aktuelle Entwurf der Internationalization Best Practices: Specifying Language in XHTML & HTML Content. Dieses Dokument beschreibt wie in HTML 4.01die HTML Dokumente und Elemente für die Internationalisierung ausgezeichnet werden sollen.

Für ein Dokument aus einem Standardisierungskommittee ist es sehr leicht zu lesen und sogar zu verstehen! Die Liste der “Best Practices” erklärt sehr gut, warum oder wie die Arbeitsgruppe zu den Empfehlungen kam. Auch im aktuellen Entwurfsstatus kann ich das Dokument jedem Web Entwickler empfehlen, der mulitlinguale Web Seiten erstellen will!

Samstag, April 15th, 2006

- Beim Lesen von uxmag stiess ich auf das Open Source Projekt Tango Desktop Project. Unter anderen finden sich dort eine Palette von Icons in verschiedenen Grössen, z.B. in 16×16, 22×22 und wer es grösser mag auch in 48×48. Die Icons sind im PNG oder SVG Format verfügbar. Die Verwendung der Icons unterliegt der Creative Commons Attribution Share-Alike license.

technorati tags: , ,